7 Kundentypen im Friseursalon
Sie wissen es selbst am besten: Jeder Kunde ist etwas Besonderes. Doch alle haben eines gemeinsam: Sie wollen geschätzt, individuell und typgerecht beraten und bedient werden.Klar, dass Sie auf alle Kunden ganz persönlich eingehen möchten. Denn wer sich verstanden fühlt und vom Ergebnis überzeugt ist, kommt wieder!
Menschenkenntnis kann man lernen – zum Beispiel mit dieser Übersicht über 7 gängige „Kundentypen“:
- Paula Plaudertasche
- Stephan Schlaumeier
- Ralf Rasant
- Greta Grün
- Sabine Schweiger
- Lili Luxus
- Peter Passtmirnicht

Paula Plaudertasche – der neugierige Typ
Paula Plaudertasche ist wissbegierig und mitteilsam. Sie redet viel, stellt aber auch viele, oft sehr detaillierte Fragen. Dazu kommt eine große Portion Offenheit, Begeisterungsfähigkeit und Kreativität: Für Trends und Originelles ist dieser Kundentyp gern zu haben.Der Umgang mit der Neugierigen: Paula Plaudertasche lässt sich mit der richtigen Strategie als zufriedene Stammkundin gewinnen. Als Profi kann der Friseur ihre Neugierde mit einer intensiven Beratung stillen. Und genau das ist entscheidend: Der kommunikative Typ braucht viel Aufmerksamkeit und kein vorgespieltes Interesse.
Einstellung zum Tragen von Handschuhen: Als Friseur muss man sich bei Paula auf genaues Nachfragen einstellen: Warum tragen Sie Handschuhe beim Waschen? Stören die nicht? Schwitzt man in den Handschuhen?
Perfekt: Wer sich auf einen Dialog über die Vorteile von Handschuhen und die BGW-Kampagne „Lebe Deinen Traum“ einlässt, kann bei diesem Typ prima punkten.

Stephan Schlaumeier – der Besserwisser-Typ
Er erzählt vielleicht Unsinn, beharrt aber auf seiner Meinung – Stephan Schlaumeier macht es einem nicht leicht. Er ist energisch, erregbar und lässt sein Gegenüber nicht ausreden. Der Begriff „beratungsresistent“ trifft sicherlich auf den ein oder anderen Vertreter dieser Gattung zu.Der Umgang mit dem Besserwisser: Seine Meinung steht fest – belehren hat deshalb keinen Sinn. Präzise und kurze Argumente kommen an. Wer ihm zustimmt, schafft Vertrauen, muss aber nicht gleich zum Ja-Sager mutieren. Ein selbstbewusst, kompetenter Widerstand findet auch beim Besserwisser Akzeptanz.
Einstellung zum Tragen von Handschuhen: Herr Schlaumeier glaubt, dass von dem bisschen Wasser keine Hautprobleme entstehen und das Tragen von Handschuhen überflüssig ist. Dann ist eine sachliche Antwort angebracht: Für den Kunden entstehen keine Nachteile. Handschuhe gehören zum professionellen Arbeiten einfach dazu. Wer sie nicht nutzt, läuft Gefahr, den Friseurberuf wegen Hautproblemen aufgeben zu müssen. Das sollte sogar Mr. Schlaumeier überzeugen.

Ralf Rasant – der viel beschäftigte Typ
Keine Zeit! Ralf Rasant hat immer viel zu tun. Perfekt aussehen gehört aber für diesen Typ einfach dazu – nur schnell muss es beim Friseur gehen. Small Talk ist nichts für Ralf Rasant. Er möchte sich sachlich über seine Haare unterhalten und dann: abschalten. Der Friseurbesuch ist eine kurze Auszeit vom Alltag, die er sich gönnt.Der Umgang mit dem viel beschäftigten Typ: Eine kurze und prägnante Beratung ist die halbe Miete für einen zufriedenen Kunden. Verständnis und Respekt für die Eile sind der Schlüssel zum Erfolg.
Einstellung zum Tragen von Handschuhen: Für Ralf Rasant zählt, was er davon hat. Handschuhen steht er neutral gegenüber, solange sie ihn nicht beeinträchtigen.
Es ist sinnvoll, die gesundheitlichen Vorteile von Handschuhen für den Friseur zu erwähnen. So wird Ralf deutlich, dass er sich sonst vielleicht einen neuen Friseur suchen muss. Gut ist für Ralf außerdem, dass er gar nichts spürt, wenn die Handschuhe aus dem richtigen Material, zum Beispiel Nitril, sind.

Greta Grün – der LOHAS-Typ
Greta Grün gehört zu einer kleinen Gruppe von meist hochgebildeten Menschen, die ökologisch einwandfreie Produkte bevorzugen. Früher als „Öko“ abgestempelt, haben LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) heute einen gehobenen, oft extravaganten Lebensstil mit ausgeprägtem Bewusstsein für Gesundheit und Natur. Sie sind daher auch bereit, für entsprechenden Service mehr Geld auszugeben.Der Umgang mit den LOHAS: Greta möchte ernst genommen werden und sich über ihre Überzeugungen austauschen. Wer aktiv nachfragt, findet Zugang zu ihr. Für „grüne“ Friseurprodukte ist sie sehr aufgeschlossen.
Einstellung zum Tragen von Handschuhen: Es gibt noch keinen bezahlbaren Einmalhandschuh, der biologisch abbaubar ist – das könnte Probleme mit ihr geben. Aber sie zeigt Verständnis, wenn man ihr erklärt, dass 20-mal Haarewaschen pro Tag ein Gesundheitsrisiko birgt. Auch der Hinweis auf Branchen, in denen selbstverständlich Handschuhe getragen werden – zum Beispiel beim Zahnarzt –, kommt an.

Sabine Schweiger – der zurückhaltende Typ
Sie verliert nicht viele Worte und wirkt schüchtern. Sabine Schweiger lässt in ihrer Körperhaltung und dem fehlenden Blickkontakt ahnen, dass ein Gespräch mit dem Friseur bei ihr Stress verursacht. Dieser zurückhaltende Kundentyp ist oft unentschlossen, ja ängstlich.Der Umgang mit der Zurückhaltenden: Sicherheit ist das Zauberwort! Es gilt ihr zu vermitteln, dass man sie auch ohne viele Worte versteht. Das erfordert Geduld und Feingefühl, denn diesem Typ sollte man keine Löcher in den Bauch fragen. Für das Gespräch eignen sich am besten kurze, geschlossene Fragen ohne viele Gestaltungsoptionen.
Einstellung zum Tragen von Handschuhen: Sabine wird ihren Friseur sicher nicht von selbst auf das Tragen von Handschuhen beim Haarewaschen ansprechen. Wenn dieser Kundentyp weiß, dass er die Handschuhe nicht spüren wird, weil sie aus einem sehr glatten Material sind, fühlt er sich gut aufgehoben. Und auch die Info, dass Profis nur mit Handschuhen arbeiten, weil die Hände ihr wichtigstes Werkzeug sind, kommt gut an.

Lili Luxus – der anspruchsvoll-exklusive Typ
Lili Luxus stellt hohe Ansprüche. Sie hat klare Vorstellungen von ihrem Styling, investiert gern in kostspielige Mode und Accessoires; die Frisur macht den Look perfekt. Dieser Typ kann durch sein unnahbares, forsches Auftreten leicht einschüchternd wirken.Der Umgang mit dem anspruchsvoll-exklusiven Typ: Auch wenn Lili sehr von sich überzeugt ist, lässt sie sich gern auf ein Gespräch mit einem kompetenten Friseur ein – insbesondere wenn es um die Perfektion der Frisur geht. Probleme drohen, wenn Versprechungen nicht erfüllt werden.
Einstellung zum Tragen von Handschuhen: Lili ist zunächst skeptisch, wenn ihr Friseur zum Handschuh greift, fühlt sich vielleicht sogar beleidigt. Es ist wichtig, sich auf keine Diskussion einzulassen, sondern cool und sachlich zu bleiben. Hier zieht das Argument, dass der Friseur selbst bei seiner Visitenkarte, den Händen, schön sein möchte, um Schönheit zu verkaufen. Es wäre unglaubwürdig und unprofessionell, wenn der Friseur dem Kunden mit trockenen, geröteten oder sogar aufgesprungenen Händen entgegentritt.

Peter Passtmirnicht – der Typ Nörgler
Dieser Kunde ist eine harte Nuss, denn der Nörgler hat an allem etwas auszusetzen. Man kann ihm nichts recht machen – er ist schnell genervt. Peter provoziert und beschwert sich gern.Der Umgang mit dem Nörgler: Dieser Kundentyp beobachtet genau, deshalb empfiehlt es sich, ihm alle Arbeitsschritte zu beschreiben. Geduld ist nicht seine Stärke, also sollte er kontinuierlich auf Ergebnisse aufmerksam gemacht werden. Den Nörgler gewinnt der Friseur für sich, wenn er trotz allem freundlich auf die Wünsche eingeht.
Einstellung zum Tragen von Handschuhen: Mit Misstrauen begutachtet der Nörgler, wie sich der Friseur den Handschuh überzieht – und schon platzt ein Kommentar aus ihm heraus. Jetzt sind Fingerspitzengefühl und Gelassenheit gefragt. Es wird Peter beruhigen, dass die Handschuhe kaum zu spüren sind: Wird diese Ankündigung dann durch die eigene Erfahrung bestätigt, ist der Nörgler offen für kompetente Erläuterungen – zum Beispiel, dass der häufige Kontakt mit Wasser ein hohes Risiko birgt. Vielleicht stimmt ihn um, dass Profis mit Handschuhen arbeiten.














